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Barrierefreies Bewerbungsformular

Das Finden von neuen Mitarbeitern kann unter Umständen sehr anstrengend verlaufen, da nicht zuletzt die Qualifikationen und die Mentalität des Bewerbers zur Unternehmensphilosophie passen müssen. Das heißt, solange sich ein Unternehmen aussuchen kann, welchen Bewerber es einstellen möchte. Denn viel häufiger gestaltet sich das Auffinden eines passenden Bewerbers erheblich schwieriger, als zunächst gedacht, da nicht zuletzt der akute Bewerbermangel in manchen Branchen ein großes Problem darstellt.

Chancengleichheit

Da infolge dieser Arbeitsmarktprobleme jeder weitestgehend passende Bewerber eine Bereicherung darstellt, liegt es nahe, jeder Person die gleichen Chancen im Bewerbungsprozess einzuräumen. Gerade Menschen mit einer Sehbehinderung haben es hinsichtlich der oft schlecht optimierten Webseiten schwerer ihre Kompetenzen zu bewerben, da diese Menschen auf Programme oder Hilfsmittel angewiesen sind, die jedes eingeblendete Formular zuerst in Töne oder eine geeignete Schriftgröße verwandeln müssen, um überhaupt den Inhalt erfassen zu können. In diesem Kontext spielt responsives Design eine wichtige Rolle, da sich bei richtiger Anwendung der Inhalt dem Zoomfaktor des Nutzers anpasst. Bei Formularen für einen automatisierten Bewerbungsprozess, der üblicherweise mit einem Bewerbermanagement System abbildbar ist, kann es daher erforderlich sein, diverse Anpassungen vorzunehmen.

„Alt“-Tags sind hilfreich

Denn wie bereits angesprochen, entscheidet sich bereits im beginnenden Bewerbungsprozess, ob das Unternehmen einen Menschen mit einer Sehbehinderung gewinnt oder verliert. Einen positiven Beitrag leisten hier barrierefreie Eingabemasken und Formulare, die sich Unteranderem dadurch auszeichnen, dass bereits im Erstellungsprozess sinnvolle „Alt“-Tags vergeben wurden, die es so ermöglichen die Funktionsweise eines Links unabhängig vom Sehkontext zu verstehen. Denn während sich Sehende leicht auf Formularseiten zurechtfinden, sind nicht oder schlecht Sehende auf technische Hilfsmittel angewiesen, um Barrieren zu überwinden. Die eingesetzte Software scannt gewissermaßen das Formular und liest dann die einzelnen Felder vor. Bei einer sinnvollen Gruppierung und Benennung der Eingabefelder folgt auf den Namen der Vorname, bei weniger guter Vorarbeit auf den Namen die Straße.

Optik optimieren

Weitere Optimierungsmöglichkeiten bei der Gestaltung eines barrierefreien Bewerbungsformulars betreffen den visuellen Charakter der Darstellung. Hierzu zählt beispielsweise die Umschaltfunktion von einer „bunten“ Darstellungsform in eine mit maximalem Kontrast die gegebenenfalls auch komplett schwarz-weiß aussieht. Ebenso hilft dem Nutzer ein optimiertes Verhalten der Formular- oder Auswahlfelder bei einer Vergrößerung. Hierbei bieten sich zwei technische Sachverhalte an. Auf der einen Seite ist eine Vergrößerungsfunktion direkt im Formular möglich, die über implementierte Buttons funktioniert. Andererseits besteht die Möglichkeit die im Browser implementierte Vergrößerungsfunktion zu nutzen, die üblicherweise über die Tastenkombination „Strg +“ (Plus) für das Vergrößern und „Strg –„ (Minus) für das Verkleinern funktioniert. Je nachdem welche technischen Möglichkeiten die eingesetzte Software bietet, ist die entsprechende Wahl zu treffen und intensiv mit den gängigen Browsern zu testen.

„Text vorlesen“-Funktion implementieren

Eine größtmögliche Erleichterung für den Nutzer stellt hingegen die implementierte „Text vorlesen“-Funktion dar. Die der Logik des Formulars folgend alle Inhalte zur richtigen Zeit und in der richtigen Reihenfolge vorliest und dabei nicht auf eine Spezialsoftware des Nutzers angewiesen ist. Lediglich ein aktueller Browser wie Firefox, Edge oder Chrome sollte Verwendung finden, da sonst die notwendigen Web-Programmiertechniken nicht oder nicht gut funktionieren. Da diese Voraussetzung aber kaum noch problematisch ist und die Hersteller stets mittels automatischen Updateprozeduren ihre Software auf dem neusten Stand halten, dürfte hier kaum noch jemand von der Nutzung ausgegrenzt werden.

Auf die EU-DSGVO achten

Auch beim barrierefreien Bewerbungsformular ist der lange Schatten der EU-DSGVO spürbar. Schließlich erheben die Formularfelder im Regelfall personenbezogene Daten, die anschließend in ein Bewerbermanagement System, zur Weiterverarbeitung, überführt werden. Da aber nicht jedes Unternehmen für jede Bewerbung die identischen Felder benötigt, ist ein dynamisch anpassbares Formular geboten. Schließlich fordert die EU-DSGVO jedes Unternehmen bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten zur Datensparsamkeit auf. Wenn also für eine Bewerbung die Felder Name, Vorname, E-Mail und Telefonnummer ausreichend sind, dann sollten auch keine weiteren Daten erhoben werden. Im Falle von nicht trivialen Qualifikationen, die unablässig zur Ausübung einer Tätigkeit sind, wie eine Personenbeförderungserlaubnis oder ein bestimmter Universitätsabschluss, dann dürfen diese Daten selbstverständlich zweckgebunden erhoben werden. Auch in diesem Fall muss die Logik in der Software auf die Veränderung reagieren, um Inhalte neu zu gruppieren oder dem Ersteller zumindest die Möglichkeit einzuräumen, die Abfolge selbst zu bestimmen. Schließlich sollte der Bewerber im Vordergrund stehen und kein Softwarehandicap.